Jahrzehntelang brauchte eine gute Kamera einen Spiegel, der es möglich machte, vom Sucher durchs Objektiv zu blicken. Mit den Kompakt- und Digitalkameras kamen zwar Lösungen, den Bildausschnitt an einem kleinen Bildschirm festzulegen, es fehlte aber die entsprechende Auflösung.

Eine Wende brachten die Four-Third- oder Vier-Drittel-Kameras. Das System wurde von Olympus und Eastman Kodak entwickelt. Zwar kommt der Sensor nicht an die Größe von digitalen Spielgelreflex-Kameras heran. Der Chip ist etwa vierzig Prozent kleiner als in Profikameras, aber immer noch neunmal größer als in normalen digitalen Kameras. Dafür haben die digitalen spiegellosen Geräte aber auch den Vorteil, keine große Objektive mehr zu brauchen.

Geld und Gewicht sparen

Das Vier-Drittel-Prinzip verkürzt nämlich die Brennweite. Wo man sonst ein 600-Millimeter-Objektiv braucht, reichen bei den 4/3-Geräten 300 Millimeter, um den gleichen Effekt zu haben. Das kann erheblich Geld sparen, wenn man verschiedene Objektive benutzen will. Das Bild ist allerdings im 4:3 Verhältnis, im Gegensatz zum sonst üblichen 3:2-Verhältnis. Man kann aber die Fotos entsprechend umrechnen lassen.

Die meisten 4/3-Modelle gibt es von Olympus und von Panasonic. Der große Vorteil an den 4/3-Modellen, wie der Blackmagic, Olympus E-420 oder Panasonic Lumix GX8, ist die recht kompakte und leichte Bauweise. Da es keine Spiegelmechanik mehr braucht, kann einiges an Platz und Gewicht gespart werden. Durch die spezielle Anordnung des Sensors fällt das Licht auch mehr in die Ecken und lässt Fotos schärfer und heller aussehen. Und schließlich können über einen einfachen und günstigen Adapterring viele andere Objektive benutzt werden, auch wenn man dann Belichtungszeit und Blende manuell einstellen muss.

Die 4/3-Modelle sind vor allem bei ambitionierten Amateuren gefragt, weil sie einen guten Kompromiss zwischen Größe des Sensors, Gewicht und Kosten für Ausrüstung darstellen. Dafür muss man aber in Kauf nehmen, dass der Sensor kleiner ist als bei den DLSR-Geräten. Da die meisten Bilder aber heute digital veröffentlicht werden, spielt das für die Generation Instagram keine so große Rolle mehr.